
Hans Scharoun, Berlin

Das Theater sollte mit dem Kulturzentrum und dem Rathaus räumlich den südlichen Stadteingang
bilden. Als Standort wurde der Nordosthang des Klieversberges in der Achse der Porschestraße
gewählt. An dieser verkehrsreichen Straße als stark linear wirkendes Element sollte der
fehlende Schwerpunkt gesetzt werden. Scharoun wollte die vorhandene Straßenachse nicht übermäßig
betonen und legte den Bau versetzt zur Achse parallel an den Hang. Diese baukörperliche Komposition
ist jedoch durch spätere Maßnahmen im Straßen- und Hochbau kaum noch wahrzunehmen. Um den großen
zu bebauenden Bereich zu füllen, mußte ein langgestrecktes, großzügiges Gebäude errichtet werden.

Es wurde mit Höhensteigerung zur Stadthalle maßstäblich in die Hanglage eingebettet. Foyer,
Bühnen- und Zuschauerhaus, Verwaltungs- und Garderobentrakt gliedern den Baukörper erkennbar in
seiner äußeren Form. Der Eingang mit Wechsel von Wand- und Fensterflächen aufgereiht in die
Funktionen Kasse, Ausstellung, Garderobe und Büfett ist dem eigentlichen Theater vorgeschaltet.

Die für Schauspiel- und Musiktheater geeignete Bühne befindet sich im Hauptbaukörper, der als
fast fensterloser, massiger Block entwickelt wurde. Über ein Zwischenfoyer gelangen die Besucher
zu den Treppen, die in den Rang führen. Der Zuschauerraum hat ca. 800 Plätze, die sich alle in
akzeptabler Entfernung zur Bühne befinden. Der Wettbewerbsentwurf sah eine Sitzanordnung mit
asymmetrischer Vorbühne und einem Gang vor, der die Bestuhlung im Verhältnis 1:2 teilt. Aus
dieser inneren Aufteilung wurde die Trichterform des Hauses entwickelt. Die Planung mußte
geändert werden: Die Bestuhlung wurde zusammengezogen, die Asymmetrie entfiel. Durch den Wegfall
des Mittelganges verlor die Öffnung zum Zwischenfoyer ihren Zweck.

Die hier sitzenden Zuschauer hörten den von hinten reflektierten Schall, so daß dieser Bereich
nachträglich geschlossen werden mußte. Durch die Veränderungen Innenraum und äußere Form sind
nicht mehr kongruent ging die Authentizität des Scharounschen Baugedankens hier verloren.
 
The north-east slope of the Klievers hill was chosen for the building site, in the axis of the
Porsche Strasse. Scharoun did not wish to over-emphasise this existing street axis, and so placed
the building staggered to this axis and parallel to the slope. This building mass composition is
however hardly recognisable due to subsequent road and building construction measures. The foyer,
fly tower and audience building, administration and cloakroom tract all visibly shape the building
structure in its external form.
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