Peter Koller, Titus Taeschner, Wolfsburg


Die erste Wohnsiedlung (480 Wohnungen) der neuen "Stadt des KdF-Wagens" wurde in zwei Jahren für Führungskräfte und Arbeiterfamilien vollständig errichtet. Die für das Autowerk und die Bauplanung benötigten Fachleute sollten durch ein hochwertiges Wohnungsangebot gewonnen werden. In dieser Siedlung entstanden Doppel- und Reihenhäuser sowie Mehrfamilienhäuser mit Gärten. Mit 15 verschiedenen Typen wurde eine große Vielfalt von Grundrissen und Gebäuden erreicht.

Die Wohnungssuchenden sollten individuell zugeschnittene Wohnungen erhalten. Unter weitgehender Schonung des Baumbestandes - am Ostrand der zukünftigen Stadt gelegen - war auch eine aufgelockerte Bebauung mit Bezug zum Umland angestrebt. Elemente der Gartenstadtidee und des Siedlungsbaus der 30er Jahre flossen in die Planung ein. Eine Ringstraße mit je zwei kleinen Straßen sammelte den Fahrverkehr, so daß weiträumige Grünflächen im Inneren der Siedlung erhalten blieben und Gärten für jede Wohnung entstehen konnten. Die leicht gekrümmte Straßenführung, behutsam verschwenkte Baufluchten und die Anpassung an das vorhandene Gelände lassen Blickbeziehungen zu, die durch die abwechslungsreiche Architektur (Erker, Balkone, Blumenfenster) bereichert werden. Die Landschaft wird buchstäblich in die Siedlung hineingezogen: Der zentralen Platzanlage folgt ­ leicht abschüssig ­ eine Wiese und dann der Wald. Dieser Marktplatz ­ gebildet durch mehrgeschossigen Wohnungsbau und ein Ledigenwohnheim (jetzt Wohnungen) ­ ist das Versorgungszentrum mit den Läden (Bäckerei, Fleischerei, Post, Gasthof, Wäscherei) im Erdgeschoß (siehe historisches Foto).


Heute ist diese Siedlung eine der beliebtesten Wohngegenden der Stadt. Wesentliche Veränderungen begannen in den 60er Jahren, als die Eigentümerin, eine Wohnungsbaugesellschaft, die Wohnungen verkaufte. Nur wenige Wohngebäude sind heute in ihrer ursprünglichen Gestalt vorhanden; so kann man in der Straße Unter den Eichen 1 und 3 die Originalarchitektur noch erkennen.

The first housing estate (480 units) of the new town of the "strength-through-joy car" was completed in two years. Semi-detached and terraced housing were built as well as blocks of flats with gardens. Elements of the garden city idea and housing estate planning from the 30's were used in the design. The landscape was literally drawn into the estate. The main shops are around the market place. Today this estate is one of the best-liked residential areas of the town. Substantial changes began in the 60's when the flats were sold. Only a few of the houses are today still as originally built; one can still recognise the original architecture in numbers 1 and 3 in the "Unter den Eichen" street.


Bauabteilung VW-Werk, Wolfsburg

Das einzige Einzelhaus (Kiefernweg 7) mit Garagen, Gewächshaus und Schwimmbecken befindet sich am Rande der Siedlung. Von diesem Grundstück aus öffnet sich der Blick über die Wiesen. Dieses Wohnhaus hat eine privilegierte Lage. Es ist für den Direktor des VW-Werkes geplant und gebaut worden. Der T-förmige Grundriß mit einem Wohnraum von über 70 qm, Kamin und großer Bruchsteinplattenterrasse zeigt den repräsentativen Charakter.


Architektur und Städtebau