
Alvar Aalto, Helsinki

Ende der 50er Jahre wurde infolge des ansteigenden Wachstums der Stadt nach den Gründungsplänen
Kollers der Südhang des Klieversberges bebaut. 1961 gründete sich dort eine ev.-luth.
Kirchengemeinde, die den Architekten Aalto mit der Planung eines Gemeindezentrums beauftragte.
Er verwirklichte Prinzipien seiner Stellungnahmen im internationalen dänischen Kirchen-Wettbewerb
von 1958. Vier Baukörper, die jeder für sich eine Funktion erfüllen, Kirche, Gemeinde- und
Pfarrhaus sowie Kindergarten sind einander zugeordnet und umschließen einen hofartigen Innenraum,
der zur Straße durch den "Campanile" abgeschirmt wird. Der Platz erscheint von der
umgebenden Landschaft abgeschlossen, öffnet aber den Blick nach allen Seiten. Der Kirchenraum ist
trotz großflächiger Öffnungen nach innen gerichtet. Östliches Sonnenstreiflicht ohne direkte
Blendung und gute Akustik geben dem Raum eine eigenwillige Atmosphäre.

Das vom Altar aus
geformte Dach ist mit den Außenwänden auf einen außerhalb des Grundrisses gelegenen zentralen
Punkt ausgerichtet. Die großen Tore des Haupteinganges ermöglichen, den Gottesdienst auch im
Freien stattfinden zu lassen. Gestaltungsprinzip von Kirche und Gemeindehaus ist ähnlich dem
Kulturzentrum der typische Fächergrundriß. Die Bestuhlung ist asymmetrisch angeordnet, der
Nebeneingang deutet nur scheinbar eine neue Achse an. Der Stufenübergang des erhöhten Chores
wird auf der einen Seite durch die Kanzel und auf der anderen durch den Taufstein abgeschlossen.
Für diesen Stein wurde eine durch ein Oberlicht beleuchtete Nische ausgebildet. Neben
Kerzenständern entwarf Aalto auch die Kollektebox sowie das Altarkreuz, das jedoch nicht gebaut
wurde. Der Kindergarten ergänzt das Gemeindezentrum im Westen.









As a result of the increasing growth of the town, the south-facing slope of the Klieversberg
was built on at the end of the 50's, based on the original Koller development plans. The
architect Aalto was engaged by the Protestant-Lutheran parish, which was founded there in
1961, to design a parish community centre. Four buildings, each fulfilling a separate function,
namely church, parish rooms, vicarage and nursery school, are related to one another and
surround an inner courtyard area which is screened from the road by a "campanile". The site
appears separated from the surrounding landscape, is however open for views in all directions.
The large doors of the main entrance also make it possible to hold church services in the open
air. The design principle of the church and parish rooms is a fan-shaped floor plan. Seating
is placed asymmetrically. The nursery school, also with a fan-shaped floor plan, completes
this community centre at its west side.
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