Architektur
Umfangreicher Führer zu den baulichen Besonderheiten Wolfsburgs
erscheint im Januar


Thömmes ließ nicht locker:
Gesicht der Stadt hat 80 Seiten


Wolfsburgs charismatische Architektur wird jetzt mit seinen wesentlichen Bauwerken in einem handlichen Führer vorgestellt. Das Werk ist im Manuskript fertig gestellt und wird zur Zeit gedruckt. Sein Entstehen ist der Privatinitiative von Architektin Cornelia Thömmes zu verdanken.
Wolfsburg ist eine Stadt des 20. Jahrhunderts und wie kaum ein anderer Ort von moderner Architektur geprägt. Alvar Aalto, Titus Taeschner, Gerhard Langmaack – die Liste namhafter Architekten, die ihr Erscheinungsbild beeinflussen und verändern, ist lang. Was bisher fehlte, war eine Architekturführer, der Namen nennt, Fakten zeigt, Orte aufführt und Geschichte erzählt. „Ich habe alle wichtigen Institutionen angesprochen, aber keine wollte das Projekt finanziell unterstützen.“ Cornelia Thömmes war zwar ein wenig enttäuscht über das mangelnde Kultur-Engagement. Weil aber Wolfsburgs Bausubstanz so einmalig ist, finanzierte sie das Projekt ohne fremde Hilfe. Die Lorbeeren ihres Erfolges braucht sie nur mit zwei emsigen Helfern zu teilen.
Stadtbildpfleger Wolfgang Wittig war Initiator, Heinrich Heidersberger steuerte sämtliche Fotos bei. „So können wir eine klare und architekturgemäße Ästhetik bieten“, betont Thömmes. Neben Fotos beinhaltet das rund 80 Seiten starke Bändchen im Stadtplanformat auch Zeichnungen der Gebäude und erläuternden Text. „Wir wollen bei einem möglichst breiten Publikum Interesse für die städtebauliche Besonderheit Wolfsburgs wecken“ sagt Thömmes. Die Orientierung ist denkbar einfach. Klappt man die Buchdeckel auf, findet man 2 Karten. Auf der vorderen sind alle 52 aufgenommenen Bauten mit Zahlen auf einem Stadtplan verzeichnet. Die hintere zeigt einen Rundgang zu besonders schönen Innenhöfen des Zentrums. „Wir hoffen, daß dieses Buch auch an Besucher Wolfsburgs verkauft wird“, sagt Thömmes mit Blick auf die Gäste, die zur EXPO erwartet werden. Für den Gruß in die Heimat ist eine austrennbare Postkarte in den Umschlag geheftet. Die Federzeichnung von Stadtbildpfleger Wittig zeigt das Kulturhaus.


Aalto-Bau mit Feuerstelle: Diese Zeichnung des Kulturzentrums stammt von Stadtbildpfleger Wolfgang Wittig und liegt dem Architekturführer als Karte bei.

„Als einziges Aalto-Haus hat es eine Feuerstelle“, verweist Thömmes auf die architektonische Attraktion und hofft, dass anlässlich des 100. Geburtstags des Architekten nächstes Jahr viele Interessierte nach Wolfsburg kommen. Offiziell soll der Architektur-Führer der knapp 30 Mark kostet, im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


 
Presse

Wolfsburger Zeitung, 1996
(tas)

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